In einer klinischen Studie verglichen Forscherinnen und Forscher an unterschiedlichen Universitäten in Deutschland den Effekt von zwei psychotherapeutischen Interventionen der bipolaren Störung im Hinblick auf die Veränderungen der Gehirnaktivierung. Die Stärke der Aktivierung in bestimmten Gehirnarealen kann mithilfe von Magnetresonanztomographie (MRT) gemessen werden.
Die erste Therapie (Link zur Publikation) nutzte kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden mit einem Fokus auf soziale Interaktion. Hier übten die PatientInnen neben dem Einsatz von Stimmungstagebüchern und Frühwarnzeichen für manische und depressive Episoden, in sozialen Situationen ihre Bedürfnisse auszudrücken und die Beweggründe anderer zu verstehen.
Die zweite Therapie (Link zur Publikation) hingegen legte besonderes Augenmerk auf emotionale Verarbeitung. In offenen Diskussionen besprachen die PatientInnen, was sie bewegt, während TherapeutInnen die Aufmerksamkeit auf emotionales Erleben lenkten.
Die ForscherInnen konnten zeigen, dass diese Ausrichtungen der Therapieformen mit Veränderungen in der Gehirnaktivierung korrespondierten: in der Therapieform mit dem Fokus auf soziale Interaktion stieg die Gehirnaktivierung in Gehirnarealen, die mit sozialen Fähigkeiten zusammenhängen (also bspw. der Fähigkeit, andere zu verstehen oder sich in andere hineinzufühlen). In der emotionsfokussierten Therapieform erhöhte sich die Aktivierung und Konnektivität der Amygdala, einem Emotionszentrum des Gehirns. Die ForscherInnen schlussfolgerten, dass die beiden unterschiedlichen Therapieformen, welche sich auf klinischer Ebene als gleichermaßen effektiv zeigten, die Symptomatik der Betroffenen zu lindern, vermutlich auf neuronaler Ebene unterschiedliche Pfade nehmen, um ihre Wirksamkeit zu entfalten.
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